Wie Facebook 90 Milliarden Dollar wert sein kann, aus neurologischer Sicht
Skeptiker seitens der Wirtschaftsexperten meldeten sich vergangene Tage zu Hauf, dass Facebook nur unter Berücksichtigung von massiven Spekulationen mit einem Jahresumsatz von weniger wie 4 Milliarden im 2011 mit 90 Milliarden den Börsengang schaffte.
Eine Studie der PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences) in Kalifornien verdeutlicht wie der Erfolg von Facebook, Twitter und Co. auf dem Grundbedürfniss der Selbstdarstellung beruht. So weit nichts neues aber wenn so oft platzierte Fotos und News im Nachhinein bereut werden, stellt sich die Frage warum Personen dann so viel persönliches teilen?
Weil das Mitteilen über sich selbst unserem Gehirn gefällt! Das begründet wohl auch warum man in Gesprächen im Durchschnitt 30-40% mit Inhalten über seine persönlichen Erfahrungen ausfüllt.
Für die Studie wurden Testpersonen in einen fMRI (funktionelle Magnetresonanztomographie) Scanner untersucht während Sie über sich selbst sprachen. Die Studienleiter fanden heraus, dass dabei das mesolimbische Dopamin System, welches dem Belohnungszentrum im Gehirn entspricht deutlich aktiver war als bei anderen Themen.
Noch erstaunlicher waren weitere Verhaltensstudien, bei denen Teilnehmer auf Geld verzichteten, nur um über sich selbst statt andere Themen sprechen zu können (im Schnitt waren die Personen bereit auf 17% zu verzichten).
Fazit: Menschen neigen zur Selbstoffenbarung. Daher nimmt nicht nur die Anzahl der User auf Sozialen Netzwerken zu sondern auch der User generierte Content in massiver Weise.
Würde unser Gehirn Selbstoffenbarung nicht in dieser Weise belohnen, wäre Facebook nicht ein so grosses Phänomen und wohl keine 90 Milliarden wert.
Take a way für die Praxis: Dass man auf Facebook keine Einwegkommunikation betreiben sollte und der Dialog im Vordergrund steht ist klar. Bedenken Sie bei Ihrer nächsten Kampagne jedoch auch, wie Sie den menschlich biologischen Drang zur Selbstdarstellung bei Ihren Usern und Fans ansprechen und anregen können.
PNAS und weiterführende Details
